Brasilien - Kurzbeiträge

Wildes Bahia

Unter den zahlreichen, auf dieser Site vorgestellten Insider-Reisen nach Bahia befindet sich auch eine große Reise in den Sertão, das semi-arride Inland. Eine Abenteuerreise mit dem Endziel Paulo Afonso. Der Ort und die gleichnamigen, sieben hintereinander liegenden Wasserfälle sind ein Naturschauspiel ersten Ranges und zugleich durch das Wasserkraftwerk ein wesentlicher Versorgungspunkt für die Städte Nordost-Brasiliens.

80 Meter fällt der Rio São Francisco bei Paulo Afonso Kaskaden hinunter. Der Fluss entspringt in Minas Gerais und zieht sich 2900 Kilometer durch das Inland des Nordostens. Der Oberlauf ist auf rund 1500 Kilometer schiffbar und somit seit Jahrhunderten eine der wichtigsten „Verkehrsadern“ Brasiliens. Um den Rio São Francisco, liebevoll auch „Velho Chico“ (alter Francisco) genannt, ranken sich viele Mythen und Legenden. Entdeckt wurde die Flussmündung von Americo Vespucio am 4. Oktober 1501.

Die Wasserfälle von Paulo Afonso sind heute Standort eines der bedeutendsten Wasserkraftwerke Brasiliens. Zu verdanken ist das dem Pionier Delmiro Gouveia, der 1911 ein erstes kleines Wasserkraftwerk erbauen ließ. Gouveia war einer der großen Pioniere Nordost-Brasiliens, über seinen schillernden Lebenslauf werden wir an anderer Stelle noch berichten.

1955 wurde mit dem Bau großer Wasserkraftwerke begonnen, die in der Folgezeit ständig erweitert wurden. Die Region hat aber trotzdem ihren touristischen Reiz behalten. Eine der Attraktionen ist eine Seilbahn, mit der man in luftiger Höhe das tief eingeschnittene Tal des Flusses überqueren kann. In jüngerer Vergangenheit wurde das touristische Angebot erweitert, Motocross, Rafting oder Bungee werden angeboten. Für brasilianische Verhältnisse nicht weit entfernt liegt mit dem 1977 erbauten Stausee Sobradinho ein weiterer touristischer Höhepunkt. Er ist – auch das dokumentiert brasilianische „Verhältnisse“ – 20 Mal größer als der Bodensee. » >>mehr Informationen

Größtes Fest Bahias

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni ist in ganz Brasilien, speziell im Nordosten, die Hölle los. Besser gesagt der Himmel, denn zu diesem Datum wird das berühmte Fest für den Heiligen Johannes gefeiert. Die São-João-Feier ist das größte Volksfest Brasiliens, weit populärer als der nur in den Küstenstädten gefeierte Karneval. Unser Reporter hat in diesem Jahr in Saubara fotografiert, einem kleinen Recôncavo-Ort am Ende der Allerheiligenbucht.

Die Fotos könnten so oder ähnlich aber auch andernorts entstanden sein, denn in allen 417 Gemeinden Bahias wird São João gefeiert. Ganz wesentlich dabei sind die Tanzvorführungen, die von Kindern bis zu Senioren gleichermaßen beliebt sind. Es sind alte Volkstänze wie Xote, Xaxado, Baião, Quadrilha und Forro, die am 23. und 24. Juni aufgeführt werden. Im Zentrum steht der nicht wenig erotische Forro, der in Europa vor nahezu 20 Jahren als Lambada große Erfolge erzielte.

Zum São João Fest gehören neben bestimmten Liedern, Rhythmen und Tänzen auch Feuer vor jeder Haustür, Feuerwerk und besondere Speisen und Getränke. Es wird Mais gegrillt, Erdnüsse sind wichtig, Kuchen wird gebacken, Obst wird offeriert und viele unterschiedliche Liköre angeboten. Insbesondere der dunkle Jenipapo-Likör. In jeder Stadt stehen Dutzende Verkaufsstände, wo man diese Köstlichkeiten für kleines Geld erwerben kann.

São João ist das wichtigste Fest Bahias – aber nicht das einzige im Juni. Am 13. Juni wird für den Heiligen Antonio getanzt und am 29. Juni für den Heiligen Pedro. Es lohnt sich also durchaus eine Bahia-Reise in diesem Monat zu planen. Zumal einen dann mit angenehmen 25 Grad eine für Europäer angenehme Temperatur erwartet. » >>mehr Informationen

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